11 Westermarktstraße

Verortung in der Stadt. Quelle: Lehr- und Forschungsprogramm Urban Design.
  • Axonometrie des Hauses M 1:200. Die Zeichnungen basieren auf Bestandsplänen aus dem Stadtarchiv Friedrichstadt.
    Quelle: Lehr- und Forschungsprogramm Urban Design.

  • Verortung im Block. Die Bestandspläne stammen aus dem Stadtarchiv Friedrichstadt.
    Hervorhebung: Lehr- und Forschungsprogramm Urban Design.

  • Außenansicht. Quelle: Lehr- und Forschungsprogramm Urban Design.

  • Innenansicht: Das Wohnzimmer ist gleichzeitig auch eine Art Ausstellungsraum für die Fotografen und die Kameras.
    Quelle: Lehr- und Forschungsprogramm Urban Design.

Wohnhaus
Nutzung: Wohnen
Grundstück: 110 m²
Bebaute Fläche: 65 m³
Geschosse: 2 und Dach
Bewohner*innen: 1
Besitzverhältnisse: Eigennutzung

In der Westermarktstraße steht das Haus von Herrn K. Nach dem Tod seiner Eltern vor ca. 20 Jahren hat Herr K. das Haus geerbt. Er sagt, er genieße es ein Haus in Friedrichstadt zu haben, obwohl er immer in der Großstadt leben wollte. So lebe er gemeinsam mit seiner Freundin in Hamburg, aber das Haus verkaufen wolle er nicht. Stattdessen nutze er dieses mit der Freundin und den Freunden als Ferienhaus. Von hier aus unternehme er Ausflüge an die Küste und die angrenzende Landschaft. Er hat angefangen, das Haus zu renovieren und zu isolieren. Größtenteils in Eigenleistung und teilweise mit Hilfe von Anderen. Der Grundriss des Hauses habe sich nicht maßgeblich verändert, sehr wohl aber die Art der Nutzungen und die Anzahl der Bewohner*innen. So wurde das Haus während der Kriegszeit neben den Großeltern, den Eltern und Kindern auch von der Schwester seiner Mutter und ihrem Mann bewohnt. Dabei haben die Kinder oben unter dem Dach geschlafen, während die Eltern und Großeltern im Geschoss darunter ihren Platz fanden. Geheizt wurde damals schon mit einem Ofen und dabei immer nur in einem Zimmer. Mit dem Ofen heize Herr K. auch heute noch. Herr K. verbringe etwa die Hälfte des Jahres in dem Haus in Friedrichstadt, vorzugsweise in den Sommermonaten. Wenn es beginnt kalt zu werden, lasse er die Wasserleitungen leer laufen, damit diese nicht gefrieren und kein Schaden entsteht. Alle 2 Wochen versuche er dann das Haus zu besuchen um zu lüften und zu heizen. Während seiner Kindheit wurde im Erdgeschoss eine Wäscherei und Mangelei durch seine Eltern betrieben. Als kleiner Junge, so Herr K., haben er und seine Schwestern die fertige Wäsche in die Haushalte der Stadt getragen, sodass er behaupten möge, in fast jedem Haus der Stadt Friedrichstadt einmal gewesen zu sein. Bis in die 1970er Jahre konnte das Geschäft aufrecht erhalten werden. Aber nachdem die Waschmaschinen Einzug in die Einzelhaushalte erhielten, wurde erst die Wäscherei und im Laufe der Jahre auch die Mangelei eingestellt. Herr K. konnte das Erdgeschoss zeitweise an eine Fahrradwerkstatt vermieten. Aktuell aber steht es leer und wird, wie die anderen Räume des Hauses auch, von Herrn K. für seine persönlichen Gegenstände benutzt.